Der vielfältige Inhalt des Geographieunterrichts

Das Unterrichtsfach Geographie gilt als das vielseitigste, weil es seinen Unterrichtsstoff aus verschiedensten Fachwissenschaften bezieht:

  • Die Anthropogeographie (oder auch Humangeographie) ist „derjenige Teilbereich der Allgemeinen Geographie, der sich mit der Raumwirksamkeit des Menschen und mit der von ihm gestalteten Kulturlandschaft und ihren Elementen in ihrer räumlichen Differenzierung und Entwicklung befasst“ (Hartmut Leser 2001).
    Sie hat als Teilgebiete die Agrar-, Bevölkerungs-, Dialekt-, Industrie-, Kultur-, Religions-, Sozial-, Siedlungs-, Stadt-, Verkehrs- und Wirtschaftsgeographie und beschäftigt sich auch mit Tourismus, Soziologie, Geschichte, Ethnologie und Politik.
  • Die Physiogeographie hat die natürlichen Bestandteile und Strukturen der Erdoberfläche sowie die Eingriffe des Menschen in die natürlichen Prozesse der Landschaftsbildung zum Inhalt.
    Ihre Teilgebiete sind die Boden-, Hydro-, Vegetations-, Klima- und Biogeographie sowie der Geomorphologie und Landschaftsökologie. Sie nutzt Informationen aus der Geologie, Limnologie, Ozeanographie und Meteorologie.

Die Aufzählungen sind nicht vollständig, können aber die Vielseitigkeit des Faches unterstreichen.

Wozu Erdkunde?

Aber gerade diese enorme Vielseitigkeit führt dazu, dass sich das Schulfach „Geographie“ in der Schullandschaft ständig neu legitimieren muss. In der Realschule wird es von der 5. bis zur 9. Jahrgangsstufe nur 2-stündig (pro Woche) unterrichtet, in der 10. entfällt es ganz.
Das Fach muss sich immer wieder mit kritischen Stimmen auseinandersetzen.

Wird da also „nur“ Allgemeinbildung vermittelt, um in einer der zahlreichen TV-Quizshows bestehen zu können?
Hat das Fach im Zeitalter leistungsfähiger Navigationssysteme überhaupt noch eine Daseinsberechtigung?

Natürlich finden die Schüler heute von A nach B, wenn sie nicht Karten lesen können. Da existieren viele Hilfen oder es ergibt sich zum Beispiel bei Flugreisen auch gar nicht die Notwendigkeit sich mit dem Weg zu beschäftigen.
Problematischer kann es werden, wenn ich nicht weiß, dass ich in ein Kriegsgebiet fliege oder mich möglicherweise gefährdende Krankheiten oder Naturkatastrophen nicht kenne.

Das Alleinstellungsmerkmal des Faches Erdkunde bleibt die „Räumliche Orientierung“.
Die Geographie kann den Schülern Wege aufzeigen, wie sie politisch ihre Interessen wahren oder ihre Umgebung aktiv mitgestalten können.
Sie hilft Wechselbeziehungen zwischen Mensch und Umwelt zu analysieren und zeigt auf, wo der Mensch seiner Umwelt Schaden zufügt, was verändert werden könnte und welche Spuren der Mensch durch sein wirtschaftliches Handeln in seiner Umwelt hinterläßt.
Die Schüler lernen Diagrammdarstellungen in den Medien zu interpretieren. Sie können lernen, Informationen aus ihrer Umgebung oder aus den Medien zu gewinnen, zu verstehen und in einen räumlichen Zusammenhang zu bringen. Diese Fähigkeit ist oft die wichtigste Voraussetzung für einen eigenen Meinungsbildungsprozess.

Formen des Geographieunterrichts

Eine mögliche Form des Geographieunterrichts könnte sein, das bei den Fachwissenschaften vorhandene Fachwissen pädagogisch umzuarbeiten und für die Schüler zu vereinfachen.

Neben dieser wissenschafts- und inhaltsorientierten Vorgehensweise, die möglicherweise mit Motivationsproblemen kämpfen muss, gibt es einen weiteren vielleicht sogar erfolgversprechenderen Weg. Die Schüler haben zu den meisten Themen ein Vorwissen, das sie schon länger über Jahre aus ihrer Lebensumgebung heraus entwickelt haben. Die Schüler haben dieses Wissen oft für sich selbst schon einige Male überprüft und es ist deshalb auch nicht leicht vom Geographielehrer zu ersetzen. Deshalb wäre es hilfreich, wenn der Geographieunterricht Anschluss an das Vorwissen finden und dann die vorschulischen Vorstellungen verändern könnte.
Dies kann erreicht werden, indem im Unterricht Anknüpfungspunkte zwischen den Vorstellungen der Schüler und dem Fachwissen hergestellt werden.
Die reine Stoffvermittlung wird so ersetzt durch ein Anregen zum Lernen. Die Stoffvermittlung wird zu einer eigenen gedanklichen Leistung des Schülers.

Mit welchen Unterrichtskonzepten je nach Thema dieses didaktische Ziel erreicht werden kann, ist Thema der Fachkonferenzen der Geographielehrer unserer Realschule.

Die Themen (Lehrplan)

Der Lehrplan für die einzelnen Jahrgangsstufen ist auf der Homepage des ISB veröffentlicht. Hier die einzelnen Pläne: