„Hummel Hummel – Mors Mors!“

Am Anfang der 13. Klasse haben wir uns überlegt eine Klassenfahrt nach Hamburg zu organisieren. Anfangs war das einfach nur so gesagt, was sich jedoch schlussendlich zu einem festen Plan entwickelt hat. 

Wir haben es geschafft, eine hohe Summe an Spendengeldern zusammenzubekommen, um einen behindertengerechten Bus von der Firma Pfeffer Reisen zu mieten, damit es allen Schüler*innen aus der 13. Klasse möglich war, gemeinsam Hamburg unsicher zu machen. Nicht nur das haben wir organisiert. Von den Spendengeldern, welche von der Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München (AKM) stammten, konnten wir unseren Klassenkameraden, welche körperlich beeinträchtig sind, ein Hotel zahlen, welches auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten war. Ebenso konnten wir die Hotelkosten für die Pfleger*innen unseres Mitschülers übernehmen. Da für einen unserer Mitschüler kein Pflegedienst gefunden werden konnte, hat sich Gerold Löger (Assistent der EBS) freiwillig erklärt mitzufahren, um uns zu unterstützen. Da er sich dafür extra eine Woche Urlaub genommen hat, haben wir organisiert, dass er von den Spendengeldern bezahlt wird und während der Zeit in Hamburg versichert ist. Insgesamt hat die Planung sechs Monate gedauert, da wir an vieles denken mussten. Manchmal gab es Zeiten, in welchen wir an unsere Grenzen gestoßen sind, aber durch unseren Klassenzusammenhalt haben wir auch das gemeistert. Wir, die Klasse 13 der Fachrichtungen Sozialwesen und Kunst, haben viel erlebt auf der Klassenfahrt in Hamburg. 

Am Montag sind wir um 9 Uhr morgens in München losgefahren und erst um 22 Uhr in Hamburg angekommen. Dies hat uns jedoch nicht davon abgehalten, schon am Montag das Schanzenviertel unsicher zu machen. 

Am Dienstag haben wir, nach einem gemeinsamen Frühstück, die Elbphilharmonie besucht. Jedem einzelnen Hamburg-Touristen würden wir diesen tollen Ausblick auf Hamburg empfehlen. Ein Genuss! Im Anschluss sind wir gemeinsam ins Miniatur Wunderland gefahren. Es war wirklich sehr bezaubernd dort. Am Abend hatten wir ein wunderbares Essen in einem Lokal namens Green Papaya. Nach der Stärkung haben wir uns entschieden die Reeperbahn zu erkunden. Als wir an der S-Bahnstation „Reeperbahn“ angekommen sind, ist uns aufgefallen, dass es keinen Aufzug gibt, welcher uns an die Oberfläche der Reeperbahn bringt. Nachdem ich dann mit den Sicherheitskräften der S-Bahnstation geredet habe, haben wir einen Begleitschutz zurück zum Bahnhof Altona bekommen, um uns nicht erneut eine Fahrkarte kaufen zu müssen und wurden sicher mit der Buslinie 283 zur Reeperbahn gebracht. Das war wirklich sehr nett. Allgemein ist uns aufgefallen, dass wir überall herzlich willkommen waren und uns zu jeder Tages- und Nachtzeit geholfen wurde. 

Nach einer erfolgreichen, witzigen und langen Nacht haben wir uns dann entschieden, am Mittwoch bei 32 Grad ein gemeinsames Picknick im Alsterpark zu organisieren. Der eine oder andere ist sogar in der Alster schwimmen gewesen. Eine wirklich schöne Abkühlung. Gegen 17 Uhr sind wir wieder zurückgefahren und haben uns für 20 Uhr verabredet, um italienisch essen zu gehen. Im Anschluss haben wir mit unserem Busunternehmen eine eigene Stadtrundfahrt bei Nacht organisiert. Auch diese Nacht wurde mit dem einen oder anderen Glas Wein in einer großen Gruppe abgeschlossen. Die Heimfahrt von der Bar ins Stadthaushotel soll für die E-Rollstuhlfahrer auf jeden Fall schwungvoll gewesen sein. 

Am Donnerstag haben ein paar von uns eine Ausstellung in der Kunstgalarie in Hamburg besucht. Aus Erzählungen meiner Klassenkameraden kann ich sagen, dass sie ein Traum gewesen sein soll und auf jeden Fall einen Besuch wert war. Sie haben im Anschluss ein Schokoladenmuseum besucht und haben dann ihre eigene Schoki hergestellt. Lecker war sie auf jeden Fall! Der Rest der Klasse war beim St. Pauli-Elbtunnel. Nach wiederholten Aussagen, dass es nicht möglich sei, dass E-Rollstuhlfahrer eine Hafenrundfahrt besuchen könnten, waren wir dann schlussendlich doch um 13:30 Uhr auf einem kleinen Schiffchen und haben eine Hamburger Hafenrundfahrt erlebt. Unser Motto: „Was nicht passt, wird passend gemacht“. Wir haben das größte Containerschiff der Welt gesehen! Das Schiff verfügt über 21.000 Stellplätze für Standardcontainer. Das war wirklich spannend und beeindruckend. Nach der Hafenrundfahrt sind wir noch viel gelaufen und haben weitere tolle Sachen entdeckt und erlebt. Da das Essen im Green Papaya wirklich ausgezeichnet war, haben wir unser letztes gemeinsames Abendessen nochmals dort verbracht. Selbstverständlich hat dort der Abend nicht geendet, sondern erst begonnen. 

Jetzt sitzen (schlafen) wir alle gemeinsam im Bus zurück nach München. Die Klassenfahrt hat uns alle noch mehr miteinander verbunden und wir sind nun wirklich traurig, dass es vorbei ist. 

Wir haben tatsächlich schon weitere Fahrten in Planung und blicken voller Vorfreude darauf. Ich möchte mich ganz herzlich bei allen Lehrer*innen bedanken, die uns dort unterstützt haben, wo es nötig war. Ebenso möchte ich mich bei meinen Klassenkameraden für die Zuverlässigkeit, das Engagement und den unglaublich starken Klassenzusammenhalt bedanken. 

Wir hatten eine schöne Abiturzeit/Fahrt, und ich bin unendlich stolz auf uns und das, was wir zusammen auf die Beine gestellt haben. Meinen besonderen Dank möchte ich an Gerold Löger sowie an die Stiftung AKM aussprechen, da ohne ihn und diese Organisation diese Fahrt nicht zustande gekommen wäre.

Ein Hoch auf uns und Hamburg. Mors, Mors!

Eva Chojnacki und die 13. Klasse