Der Sozialkunde-Unterricht der 12. Klasse bietet die Möglichkeit, Referate zu erarbeiten, wobei die Schüler/-innen während der Präsentationsphase und im anschließenden Gespräch vor der Klasse die Rolle einer Kursleitung trainieren können, deren Aufgabe es ist, die Klasse „Schritt für Schritt“ in die Thematik einzuführen und mitunter ein „Frage- und Antwort-System“ aufzubauen, sodass man spüren soll, die/der Vortragende hat ein Interesse daran, dass die „Zuhörer“ verstehen, was ihnen präsentiert wird.

Ich habe hierbei folgende Themenbereiche angeboten:

  • Islamischer Fundamentalismus (Al Quaida)
  • Wirtschaftliche Verbindungen zwischen der Bush-Dynastie und dem Clan um Osama bin Laden
  • „Vermeintliche Freunde“ im Kalten Krieg u. spätere Todfeinde (USA/Irak, USA/Afghanistan)
  • „Wahlmänner-System“ als formale Determinante eines Machtmonopols diverser US-Administrationen
  • Todesstrafe in den USA
  • Al Gore. Sozialisation und politisches Wirken
  • Der Streit um Richtlinien und Umsetzung des Kyoto-Protokolls
  • Martin Luther King / Malcolm X / Muhammad Ali.
  • Ein soziologischer Vergleich: Ethnosoziologische Wurzeln des “Reggae”
  • Sozialisation und politisches Wirken:
    • Angela Merkel (CDU)
    • Renate Schmidt (SPD)
    • Hildegard Hamm-Brücher (FDP)
    • Petra Kelly (Bündnis 90 / Die Grünen)
    • Nelson Mandela
    • Johannes Paul II.
    • Willy Brandt
    • Dalai Lama
    • Mahatma Gandhi
  • Degradierung der UNO zur Marionette seit Beendigung des Kalten Krieges
  • „Circulus vitiosus der Armut“ anhand eines Staates der 3. Welt
  • Amnesty International
  • Greenpeace
  • Sport und Politik (im Zusammenhang mit „Olympischen Spielen“)
  • Aspekte um ein mögliches NPD-Verbot
  • Rechtsradikalismus (in Verbindung mit moderner Medienwelt, Sozialisationsprozessen, Subkultur und „wehrhafter Demokratie“)
  • Sektenproblematik – unter Berücksichtigung spezifischer Sozialisationsprozess
  • „Kopftuchstreit“
  • Parteienfinanzierung (im Zusammenhang mit Splitterparteien: Die Grauen/ÖDP)
  • Spannungsverhältnis  zwischen Bundesverfassungsgericht, Parlament und Pluralismusprinzipien)
  • Großprojekte / Bürgerinitiativen / Parteieninteressen
  • Spannungsverhältnis zwischen „repräsentativer Demokratie“ und „imperativem Mandat“ anhand von ausgewählten Beispielen
  • Aspekte um die 68er – Studentenrevolte
  • Die RAF – und die Folgen für den Rechtsstaat

Walter Leder

Die folgenden Zusammenstellungen sind während der Projekt-Woche im Februar 2008 über das Thema GLOBALISIERUNG an der Fachoberschule der Pfennigparade München entstanden. In der Teilgruppe „Ernährung“ arbeiteten u.a. die Schüler Julian Spiess und Johanna Kopec (12 S), Max Schedl (12 W) und Christina Herrmann (11 S).

 

Filmkritik: WE FEED THE WORLD Essen global

„Wir wollen immer mehr, wir lieben den Luxus und sind es gewohnt, auch Lebensmittel aus fernen Ländern jederzeit bekommen zu können.
Die Folge: Immer mehr muss produziert werden.
Die Globalisierung macht es möglich: Viele Firmen verlagern ihren Standort ins Ausland und können so billiger produzieren.
Der Dokumentarfilm „WE FEED THE WORLD Essen global“ des österreichischen Regisseurs Erwin Wagenhofer beschäftigt sich thematisch mit den Ursachen und Auswirkungen der Globalisierung am Beispiel der Nahrungsmittelproduktion für die Europäische Union.
In dem Film werden Abschnitte der unterschiedlichen Formen der weltweiten industriellen Herstellung von Lebensmitteln vorgestellt und teilweise mit der früheren konventionellen verglichen. So berichtet zum Beispiel ein österreichischer Bauer über die Gewinnung von Weizen: Weil die Menschen immer mehr konsumieren wollen, wird immer schneller und möglichst billig produziert.
Die Bauern bekommen für das Produzierte aber weniger Geld als früher. Sie erhalten jedoch Zuschüsse von der EU, wenn sie ihre Ware für den Export freigeben. Diese Problematik greift der Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen, Jean Ziegler, auf. Er erklärt, dass durch die Bezuschussung der europäischen Bauern die Exportgüter in anderen Ländern, wie zum Beispiel
im Senegal, so billig verkauft würden, dass die örtlichen Kleinbauern keine Chance mehr hätten, konkurrenzfähig zu sein.
Daneben sind in dem Film nacheinander die jeweiligen Produktionswege verschiedener Waren beschrieben. Dabei werden auch kritische Betrachtungen über die Vor- und Nachteile der industriellen Herstellung aufgezeigt und auf die langfristigen Konsequenzen hingewiesen.
Eindrucksvolle Bilder veranschaulichen z.B., wie Tomaten in Gewächshäusern gezüchtet, dann Tausende von Kilometern transportiert werden, um dann erst an den Endverbraucher zu gelangen. Außerdem erfährt man, wie rumänische Bauern auf Plantagen zu niedrigen Löhnen arbeiten und dass Hühner bereits nach acht Wochen strenger Mast geschlachtet und für den Supermarkt verpackt werden.
Ein Interview mit dem Nestle-Chef am Ende des Films macht auf drastische Weise deutlich, dass Großkonzerne tendenziell „globalisierte Ungerechtigkeiten“ nicht erkennen wollen, der Großunternehmer betont, „dass es uns doch gut gehe und dass man die Sache nicht so dramatisch sehen sollte“. Außerdem ist er der Ansicht, dass WASSER ja auch einen Marktwert habe und nicht automatisch für alle zugänglich sein kann, was an Zynismus wohl nicht zu überbieten ist.
Alles in allem ist der Dokumentarfilm sehr beeindruckend und in jedem Fall sehenswert.
Er zeigt die Folgen des steigenden Anspruchs der Verbraucher, macht auf die dadurch entstehende Problematik aufmerksam und regt zum Umdenken an, wie dies auch die Absicht des Regisseurs Wagenhofer ist.
Die EU müsste ihre bisher gehandhabte Subventionierung der Landwirtschaft ökologisch und sozial verantwortbar umstrukturieren, um die Belastungen für Bauern in der Dritten Welt zu mildern.
Ein großes Problem ist der Anbau von gentechnisch verändertem Saatgut, das hauptsächlich
in Brasilien produziert und für teures Geld exportiert wird, während die Bevölkerung in den Slums verhungert. Gentechnisch verändertes Saatgut sorgt dafür, dass z.B. das Gemüse besser aussieht, aber schlechter als unverändertes schmeckt.
Auch der industrielle Fischfang wird problematisiert: Da die Netze zu tief ins Wasser gelassen werden und zu lange darin bleiben, wird der Druck im Netz irgendwann zu groß, sodass die Organe der Fische platzen. Die Qualität so gefangener und grausam gequälter Fische ist wesentlich schlechter als die der konventionell gefischten.

Eines ist klar: So lange wir nicht bereit sind, unsere Gewohnheiten zu verändern und so lange Konzerne sich nicht bereit zeigen, einer global an Profit und Ausbeutung der 3. Welt orientierten industriellen Produktion abzuschwören, sondern immer nur darauf bedacht sind, möglichst billig zu produzieren, können die Probleme nicht gelöst werden.
Die Entwicklungsländer haben durch die billigen Exportgüter keine Chance zur Eigenständigkeit. Wenn es so weiter geht, wird die Qualität der Produkte weiter sinken und dabei der Preis steigen. Die großen Konzerne müssen endlich einer ökologisch sozialen Verantwortung in dieser globalisierten Welt nachkommen. Es ist sicher zu stellen, dass die Entwicklungsländer hygienisch einwandfreies gesundes Wasser zum Leben haben und jeder ins Feld geführte „Marktwert“ im Zusammenhang mit den finanziellen Möglichkeiten sich dem Denken und Handeln der ethischen Verantwortung unterwirft. Es ist wichtig, dass wir uns der in dem Dokumentarfilm aufgeführten Probleme bewusst werden und uns gemeinsam überlegen, wie diese anzugehen sind.

 

Fairer Handel und Bio-Siegel

Viele Produkte, die wir konsumieren, stammen aus der 3. Welt. Die dort eingesetzten Arbeitskräfte werden über extremes Lohndumping ausgebeutet. Sie müssen teilweise unter sehr schlechten Bedingungen arbeiten, worunter Kinder als ausgebeutete Arbeitskräfte besonders zu leiden haben.
So wird es ermöglicht, dass die Produkte billig gehalten werden, obwohl die Transportwege unnötig lang sind. Ein fairer Handel würde es möglich machen, Produkte zu erwerben, die Arbeitskräfte unter menschenwürdigen Bedingungen und für gerechte Löhne herstellen.
Und es gibt bereits auch solche Produkte, die ein bestimmtes Symbol tragen, das uns Konsumenten informieren soll, dass Kinderarbeit, Niedriglöhne und unwürdige Arbeitsbedingungen ausgeschlossen werden können. Zu diesen Produkten gehören Schokolade, Kakao, Süßigkeiten, Kaffee, Tee, Rohrzucker, Honig, Marmeladen, frische und getrocknete Früchte, Nüsse, Gewürze, Reis und Getreideprodukte, Säfte, Wein, Soßen, Blumen und Sportbälle.
Mit dem Bio-Siegel werden bestimmte Erzeugnisse aus ökologischem Landbau gekennzeichnet.

 

Nutztiere

Für die Bedürfnisse von Menschen in Industrieländern müssen Millionen von Tieren ein eintöniges und schmerzhaftes Leben in engen Käfigen oder Ställen fristen, das mit der Schlachtung endet.
Die Massentierhaltung ermöglicht die Herstellung von möglichst billigen tierischen Nahrungsmitteln. Bessere Bedingungen würden zu höheren Preisen führen.
Die Bilder der leidenden und sterbenden Tiere werden, so gut es geht, von den Menschen fern gehalten, denn die Konsumenten sollen ja daran festhalten, im gewohnten Ausmaß Tierprodukte zu konsumieren.“

Betreuung der Teilgruppe: Walter Leder, FOS Pfennigparade München

 

Projektwoche im Februar 2009 an der FOS Pfennigparade in München
Thema: KOMMUNIKATION

Teilgruppe: Schreiben von Sketchen, Gedichten und Kurzgeschichten unter Berücksichtigung thematischer Aspekte, wie z.B.

  • self-fulfilling prophecy
  • non-verbale Kommunikation / Körpersprache
  • Soziale Kompetenz / Intelligenz
  • Moderation
  • Mobbing
  • gewaltfreie Kommunikation
  • Motivation
  • Funktion von Medien / moderne Medienwelt
  • „Bleiben Sie Mensch, Herr Psychologe!“ (Fritz Schulz)
  • Mediation
  • Konstruktive Konfliktlösungsversuche
  • Positive Aura
  • Emotionalität / Rationalität
  • negative Funktion von Vorurteilen und „Abstempelungen“
  • Anreize im Hinblick auf Eigenverantwortlichkeit
  • Statik / Dynamik
  • „Wood becomes a flute when it is loved“
  • gute Gedanken / keine Angst / Anspannung / Entspannung
  • Orientierung auf ein Ziel hin
  • Mitarbeit: Christina Herrmann, Tomislav Juric und Nadejda Petrova (12 S)

Betreuung der Teilgruppe: Walter Leder, FOS Pfennigparade München

 

Gedanken zu

  • Self-fulfilling prophecy
  • Konstruktiven Konfliktlösungsversuchen
  • negativen Funktionen von Vorurteilen u. „Abstempelungen“

Wenn man einem Menschen einredet, er verhalte sich „komisch“ oder stelle sich „dumm“ an, dann wird das häufig dazu führen, dass derjenige sich tendenziell so verhalten wird, dass die anderen es „komisch“ oder „dumm“ finden werden.
Denn schon alleine aus der Absicht, sich „anders“ zu verhalten und aus der Angst heraus, sich „falsch“ zu verhalten, wird dann der Betroffene folglich oft „unnatürliche“ bzw.
„unechte“ Verhaltensmuster an den Tag legen.

Für eine „konstruktive“ Konfliktlösung ist es entscheidend, nicht nur seine eigenen Gefühle wahrzunehmen, sondern sich auch in die anderen Beteiligten hineinzuversetzen und sich vorzustellen, wie sich das, was man selbst tut, für die Anderen wohl „anfühlen“ wird und
auf sie wirkt.
Es sollte möglich sein, jedes Anliegen auszudrücken, ohne jemanden vor den Kopf zu stoßen, vorausgesetzt, der andere interessiert sich überhaupt dafür und ist bereit, sinnvolle
konstruktive Kompromisse einzugehen.

Christina Herrmann (12 S)

 

Handymania (Szene im Klassenzimmer)
…hat in Wirklichkeit nie so stattgefunden, auch nicht an der Pfennigparade…..

Der Lehrer ist gerade bemüht, einen thematisch etwas schwierigen Sachverhalt schrittweise, unter Einbeziehung von Schülerbeiträgen – möglichst didaktisch geschickt – zu vermitteln.
Plötzlich piepst sein Handy. Der Lehrer ignoriert dies, tut so, als sei nichts geschehen. Einige Schüler schmunzeln.
Das Handy piepst erneut.
Mitten in den Erörterungen nimmt er nun doch zwar sichtlich verärgert – sein Handy zur Hand.
Es ist ihm wohl peinlich, da er wiederholt auf das Verbot, Handys in die Schule mitzubringen bzw. während des Unterrichts telefonisch über Handy erreichbar zu sein, hingewiesen hat.
Er spricht in das Handy, seine Stimme klingt empört:
„Wie oft hab ich Dir gesagt, mich nicht während des Unterrichts anzurufen! Was soll das? Das geht jetzt wirklich nicht!“
Der Lehrer – wieder an die Klasse gewandt – will den Unterricht fortsetzen.
Er spricht – das Handy vor lauter Aufregung immer noch am Ohr – zur Klasse:
„Wo waren wir stehen geblieben?“
Ein eifriger Schüler gibt ihm Hilfestellung, sodass der Lehrer in seinen didaktischen Bemühungen fortfahren kann.
Die Schüler schauen ihn ungläubig an; offensichtlich wird am schnurlosen Telefon der anderen Leitung noch gesprochen.
Seine „Lehrervorträge“ vermischen sich nun immer mehr mit Antworten, in das Handy gerufen, wie z.B.: „Ach, so meinst Du … ja, wenn das so ist … das find ich nicht … ja, aber warum … etc.“
Die Klasse wird nun immer unruhiger, lauter.
Jetzt wendet er sich wieder an die Klasse, das Handy nach wie vor am Ohr:
„Seid doch etwas leiser, man versteht ja sein eigenes Wort nicht.“
Wie in einem Film, der langsam ausgeblendet wird, sieht man den Lehrer sich angeregt unterhaltend mit dem Anrufer bzw. der Anruferin.
Man hört ihn aber nicht mehr.
Die Klasse wird zusehends leiser:
Wie im Stummfilm sieht man immer noch den in sein Handy sprechenden Lehrer …
sich angeregt unterhaltend.

(nach weiteren zwanzig Sekunden: Licht aus!)

 

Wer wird Millionär?

G. J.: So, dann kämen wir bereits zur 1000 Euro-Frage.
Marmor, Stein und …… bricht
Ist es a) Metall, b) Watte, c) Holz oder d) Nikolaus, was sonst noch bricht außer
Marmor und Stein, Herr Stassinger, das möcht ich jetzt von Ihnen wissen.
S.: … Tja…, da muss ich überlegen …………………………….., da haben Sie mich jetzt aber
auf dem falschen Fuß erwischt, Herr Jauch.
G. J.: Sie haben bereits den Fifty-Fifty Joker verbraten – das Publikum können Sie auch nicht mehr befragen …… Sie könnten aber noch jemanden anrufen.
S.: ……… Ja, ich glaube, ich rufe meine Tante an …………… ja, das wäre wohl das Beste!
G. J.: Gut, dann machen wir das.
Wer ist Ihre Tante?
S.: Das ist meine Tante Rosa aus K.
G. J.: Dann rufen wir sie doch an.
– bibibibibib –
T. R.: Rosa Stassinger!
G. J.: Guten Abend, Frau Stassinger, hier spricht Günter Jauch.
R.: Guten Abend, Herr Pilawa.
G. J.: Nein, Günter Jauch hier von „Wer wird Milliardär“?
Sind Sie auf dem falschen Sender oder ist die Verbindung bei Ihnen denn so schlecht?
T. R.: Ich versteh Sie sehr gut.
G. J.: Na, dann is ja gut. Frau Stassinger, bei uns sitzt hier, wenn ich das jetzt richtig
verstanden habe, Ihr Neffe, und er wird Ihnen jetzt gleich eine Frage stellen.
Sie haben 30 Sekunden Zeit. Geht das in Ordnung?
T. R.: Ja, bitte!
S.: Hi, Tante Rosi …
T. R.: Guten Abend, Junge.
S.: Ist es a) Metall, b) Watte, c) Holz oder d) Nikolaus, was sonst noch bricht außer
Marmor und Stein?
T. R.: … ?
S.: Tante, hast Du mich verstanden?
T. R.: Ich versteh Dich sehr gut. …
Die Antwort ist Mein Herz in Heidelberg – verloren oder gebrochen – das kommt doch
aufs Gleiche raus.
S.: Bist Du Dir da sicher?
T. R.: Da bin ich mir absolut sicher, Junge.

SIRENE: tuuuuuuuuuhht …

G. J.: Hier müssen wir leider abbrechen, … ob es nun das Herz war, das Tante Rosa in Heidelberg verloren zu haben scheint, erfahren wir morgen nach einer kurzen Werbe-
unterbrechung.
Schlafen Sie gut, Herr Stassinger, machen Sie sich auf Kosten von RTL noch
einen schönen Abend in Berlin … und kommen Sie frisch erholt morgen in unser Studio
zurück. Bis morgen, Herr Stassinger, und danke, dass Sie bei uns waren.

 

Der Psychologenbesuch

Vor seiner Tür steh ich nun
Soll ich es wirklich tun?
Die Klingel lächelt mich böse an,
mein Finger kommt nicht an sie ran.

Ich muss erst mal schauen,
ob ich ihm kann vertrauen,
ob ich ihm kann stellen Fragen
oder auch mal meine Ängste sagen.

Wertschätzung, Akzeptanz und Empathie,
die erfuhr ich bis jetzt noch nie.
Die Hand geht an den Klingelknopf,
mir schwirrt bei all den Fragen schier der Kopf.

Ich heb den Kopf und schau IHN an,
vor mir steht ein ganz normaler Mann.
Mit viel Gefühl und in aller Ruh
Hört er meiner Rede zu.

Am Ende fühl ich mich verstanden und geborgen,
ich hab mir umsonst gemacht so viele Sorgen.
Meinem Psychologen kann ich wirklich vertrauen,
mit ihm kann ich mein Leben aufbauen.

 

Das amerikanische Wahlmänner-System
(Warum George W. Bush zehn Monate vor 9/11 zum US-Präsidenten gewählt wurde)

Um dies zu verstehen – auch bei einem Ergebnis, in welchem er nicht die Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen der wahlberechtigten US-Bevölkerung bekommen konnte,
muss man sich mit dem ominösen speziell für die Vereinigten Staaten geltenden traditionellen Wahlmänner-Verfahren befassen –
und um dies nachvollziehen zu können, zunächst das Wahlverfahren zum US-amerikanischen CONGRESS (dem Parlament, der Gesetzgebung/Legislative der USA) zum Ausgangspunkt nehmen.
Bei der Wahl zum CONGRESS, der aus den beiden legislativen Häusern
– Senat u. Repräsentantenhaus – besteht, gehen wir im Zusammenhang mit der Senatswahl
von 50 Teilstaaten der USA aus.
Jeder dieser 50 Teilstaaten der USA stellt – unabhängig von Größe und Einwohnerzahl –
zwei Senatoren.
Bei der Wahl zum Repräsentantenhaus ist folgendes zu beachten:
Auf ca. eine halbe Million Einwohner pro Teilstaat entfällt ein Repräsentant, bei Teilstaaten
mit noch geringerer Einwohnerzahl zumindest ein Repräsentant.

Ein Teilstaat der USA mit äußerst geringer Einwohnerzahl (unter einer halben Million)
stellt demnach einen Repräsentanten und zwei Senatoren also drei CONGRESS-
Abgeordnete.
Ein Staat mit ca. 10 Millionen Einwohnern dagegen stellt etwa 20 Repräsentanten
und zwei Senatoren, also insgesamt 22 CONGRESS-Abgeordnete.

Für die US-Präsidentschaftswahl bedeutet dies nun folgendes:
Der Teilstaat mit der geringsten Einwohnerzahl stellt drei WAHLMÄNNER,
erhält bei der Wahl zum US-Präsidenten der republikanische Kandidat gegenüber seinem Demokratischen Gegenkandidaten die Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen in diesem Teilstaat, so hat er alle drei zur Verfügung stehenden Wahlmänner dieses kleinsten Teilstaates für sich gewinnen können, entsprechend in dem Teilstaat mit ca. 10 Millionen Einwohnern erhält der Wahlsieger dieses Teilstaates alle 22 Wahlmänner, der Verlierer dieses Teilstaates geht leer aus (selbst dann, wenn er im Extremfall nur mit einer einzigen Stimme unterliegen sollte).
Das Wahlmänner-System macht also deutlich, dass bei einem Verhältniswahlrecht
die Endabrechnung ganz anders aussehen könnte, wobei nämlich dann in mehreren
Teilstaaten die Ergebnisse bei etwa 51% versus 49% usw. liegen könnten;
eine prozentuale Endabrechnung würde grundsätzlich ein achtbares Ergebnis berücksichtigen und es nicht auf Null degradieren.
Wieviele Wahlmänner gibt es insgesamt?
Zunächst 100 (wg. der 100 Senatoren im Senat),
außerdem 435 (wg. der 435 Repräsentanten im Repräsentantenhaus)
und 3 Repräsentanten aus der Hauptstadt Washington D.C. (District of Columbia),
___
insgesamt 538 Wahlmänner (wg. der 538 Abgeordneten im Congress bzw. beiden Häusern
der US-Legislative: Senate / House of Representatives);
wer von den Präsidentschaftskandidaten mindestens 270 Wahlmänner erzielen konnte
(vgl. die oben konzipierten Erläuterungen: 269+269=538), hat die US-Präsidentschaftswahl gewonnen.

Walter Leder