Klasse 11

Die erste Aufgabe des Projekts bestand darin, ein geeignetes Thema zu finden. Eine Schülerin machte den Vorschlag einer Personenbefragung, um die Einstellung zur Mathematik und zum Mathematikunterricht in der Bevölkerung besser kennen zu lernen. Gegenüber mehreren innermathematischen Themen fand dieser Vorschlag in der Klasse des Sozialzweigs rasche Zustimmung.

Nun ging es an das Sammeln der Fragen. Was wollen wir fragen? Wie formuliert man das am besten? In wie viele Gruppen soll man unterteilen? Nur nach Männern und Frauen oder auch nach Alter oder Ausbildung? Wie neugierig darf man denn fragen? Beispielsweise beim Alter oder dem Bildungsniveau? Welche Personen sollen überhaupt befragt werden, auch Schüler, auch Mitbürger, die keine deutsche Schule besucht haben? Wie sollen die Antworten sein? Auf einer Skala (welcher) oder ganz frei? Wie lang soll die Befragung denn sein? Denn man möchte potentielle Teilnehmer nicht abschrecken durch eine Vielzahl von Fragen.

Nachdem diese und andere Punkte besprochen und entschieden waren, konnte ein Blatt mit Fragen geschrieben und kopiert werden und die Schüler in Kleingruppen zur Befragung an ganz verschiedene Orte losziehen. Einige der Fragebögen wurden sogar auf dem Tollwoodgelände ausgefüllt. Dazu gab es noch etliche Kugelschreiber der Pfennigparade, die als Dankeschön fürs Mitmachen verschenkt wurden.

Als nächstes kam die Phase der Auswertung. Diese hatten wir hinsichtlich ihres Aufwands deutlich unterschätzt. Obwohl weniger Fragebögen als geplant ausgefüllt wurden und einige ausgefüllte Fragebögen nicht zur Auswertung zur Verfügung standen, machte es erhebliche Mühe, die Blätter alle durchzuschauen, bzw. sie vorher nach bestimmten Merkmalen in Gruppen zu sortieren. Sollten Mittelwerte berechnet werden? Die Spannweite? Was tun mit Ausreißern oder unglaubwürdigen Antworten? Wie konnte man die frei formulierten Antworten vielleicht doch in Gruppen zusammenfassen?

Über die Ergebnisse sei so viel verraten: Die Antworten waren sehr unterschiedlich. Manche Menschen mögen Mathe, andere nicht, manche haben gute Erinnerungen an ihren Matheunterricht, andere nicht. Zwischen männlichen und weiblichen Befragten war der Unterschied sehr gering. Die Auswertungsergebnisse wurden dann auf einigen Plakaten dargestellt, die in der Aula der Schule aufgehängt wurden.

Ich denke mir, falls die Schüler der Klasse 11S2 in 30 Jahren zum Thema Matheunterricht befragt werden, an dieses Projekt werden sie sich noch erinnern können.

Hansjörg Bögle