Alexandra Wilde: Orientierungspraktikum (04.-14.10.2011)

Lieber Herr Otto,

als allererstes möchte ich mich bei Ihnen bedanken, dass ich mein Orientierungspraktikum an ihrer Schule machen durfte. Es hat mich in vielen Bereichen weitergebracht und mich, obwohl ich schon einiges an Vorerfahrung habe weitergebracht.

Ich finde es bemerkenswert, wie nicht behinderte und behinderte Kinder miteinander ohne größere Probleme agieren und sich gegenseitig helfen. Ich denke, dass die Kinder so lernen was es heißt sozial zu sein und schon früh in Kontakt mit behinderten Menschen kommen und somit keine Abneigung bzw. Angst in diesem Bereich entsteht. Für mich war es bemerkenswert, wie gut so Unterricht funktionieren kann, wenn die äußerlichen Rahmenbedingungen stimmen wie die kleine Klassengröße und die notwendige Betreuung der behinderten Kinder und Jugendlichen. Auch wenn das Tempo manchmal nicht so zügig war, wie in einer „normalen“ Schule, denke ich dass die Kinder nicht nur schulisch weitergebildet werden sondern vor allem (manchmal sogar durch kleine Verzögerungen) in ihrem Sozialverhalten gestärkt werden.

Besonders beeindruckt hat mich der Sport- und Kunstunterricht. Hier wurden ganz individuell die Fähigkeiten der Einzelnen gefördert und die Kinder konnten sich frei entfalten. Mir ist aufgefallen, dass manche der behinderten Kinder, die sich in anderen Fächern schwer getan haben (weil sie nicht nur mit dem Lernstoff, sondern auch mit ihrer Behinderung zu kämpfen hatten) oft in diesen Fächern wie ausgewechselt waren und sichtlich Spaß hatten. Im Rollstuhltraining konnte auch ich lernen, wie schwierig Alltagssituationen sein können und wie wichtig die Unterstützung von Anderen ist. Ein großes Lob möchte ich auch an die Lehrer richten: noch nie habe ich so viele engagierte und geduldige Lehrer gesehen. Ich bewundere das sehr und hoffe, dass ich auch davon etwas in meine eigene Zukunft mitnehmen kann.

Vielen Dank, dass ich mir die Fächer selbst aussuchen konnte und zwei wirklich tolle Wochen hatte, in denen ich viel Neues gelernt habe. Ich merke jetzt im Studium, in meiner Integrations- und Inklusionsvorlesung, dass ich wirklich schon mitreden kann und das Thema sehr unterstütze.