Anna Lena Huber: Praktikum (26.09.-14.10.2011)

Am ersten Tag meines Praktikums kam mir das alles schon noch recht seltsam vor. Plötzlich ist man wieder in der Schule, aber jetzt eben nicht mehr als Schüler. Am Deutlichsten wird mir das, als ich das erste Mal das Lehrerzimmer betrete, diesmal ohne ein Anliegen, sondern um meine Pause dort zu verbringen. Als Schüler war das immer das Heiligtum der Lehrer/innen, das man nie betreten hat. Höchstens einen Blick durfte man mal hinein werfen. Und jetzt befinde ich mich unter all den Lehrern. Nach einer kurzen Eingewöhnungphase finde ich es aber gar nicht schlecht. Eigentlich ist es sehr interessant, mal einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.

Dann geht es auch schon los mit dem Unterricht. Ich kenne Praktikanten noch von früher, aus meiner eigenen Schulzeit, und jetzt bin ich die, die hinten im Klassenzimmer sitzt und sich den Unterricht anschaut. Ein bisschen seltsam ist das ja schon. In manchen Situationen fällt es mir auch noch ein bisschen schwer, mich nicht auch zu melden und mit zu arbeiten. Gerade an meinem Tag in der FOS merke ich, dass ich mich doch auch noch sehr mit den Schülern/innen identifiziere. Nach der ersten Woche komme ich mit der neuen Situation allerdings recht gut klar. Was ich so im Unterricht beobachte, finde ich äußert interessant, und ich bin sehr erstaunt, wie ruhig und gelassen die Lehrer/innen sind. Das ist so der größte Unterschied, den ich zu meiner Schulzeit feststelle. Irgendwie ist hier alles gelassener und lockerer und trotzdem funktioniert es. Es funktioniert sogar sehr gut.

Ich hatte mich bewusst für ein Praktikum an einer Schule entschieden, die behinderte und gesunde Kinder gemeinsam unterrichtet, da ich sehr gespannt auf dieses andere Konzept der Schulgestaltung war. Ich bin fasziniert wie gut alles klappt und wie reibungslos der Umgang zwischen normalen und gesunden Kindern abläuft. Und auch davon, wie gut die behinderten Kinder mit ihren Behinderungen umgehen. Ich merke selbst, wie wenig ich in dem Bezug davor wusste.

Nach zwei Wochen Beobachten werde ich dann ins kalte Wasser geschmissen und darf/soll meine erste eigene Unterrichtsstunde halten – Deutsch in der 7b. Ich gebe zu, das Wochenende vor der Stunde habe ich doch einiges vorzubereiten und die Nervosität wächst zunehmend. Als ich dann aber vor der Klasse stehe und die Schüler/innen mitarbeiten und mir zuhören, entspanne ich mich zunehmend. Nach einer sehr entspannten Englischstunde zwei Tage später kommt dann die Krönung… ich bekomme die Chance eine Vertretungsstunde zu halten. Ganz alleine. Vor dieser Stunde bin ich dann doch sehr nervös. Aber auch hier läuft alles glatt. Ich möchte mich an der Stelle auch noch einmal sehr herzlich bei Frau Nauschütz und der 7b bedanken! Bei Frau Nauschütz für die tolle Chance heraus zu finden ob das wirklich das Richtige ist, und bei der 7b dafür, dass sie es mir so leicht gemacht haben und so gut mitgearbeitet haben. Vielen lieben Dank!

Generell kann ich über mein Praktikum nur Gutes berichten. Ich habe jede Menge neue Erfahrungen gesammelt, in Bezug auf das Unterrichten und aber auch im Bezug auf den Umgang mit behinderten Kinden. Für meinen weiteren Lebensweg habe ich viele sehr hilfreiche Tipps bekommen und viele gute Vorsätze mitgenommen.

Schule funktioniert eben auch, wenn es etwas lockerer und entspannter zugeht. Und das ist gut zu wissen.