Besuch von Hanne Hiob

Die Schauspielerin Hanne Hiob (* 1923), Tochter von Bertolt Brecht und Marianne Zoff, Trägerin der Medaille „München leuchtet“ (2003) und Trägerin des Aachener Friedenspreises (2005), tourt seit 1989 mit ihrem Programm „Nun lebet wohl und werdet Kämpfer“ durch Deutschland. Am 5. Dezember 2006 besuchte sie damit auch unsere Schule.

Viola, Lena und Marcel (alle 10b) und Niki (12c) berichten über die Lesung:

Am Dienstag den, 5.12.2006 besuchte Hanne Hiob, die älteste Tochter von Bertolt Brecht, die 10., 11. und 12. Klassen.
Hanne Hiob las aus ihrem aktuellen Programm „Nun lebt wohl und werdet Kämpfer“, welches die letzten Briefe von Verfolgten des NS-Regimes aus dem Konzentrationslager beinhalteten. Einer dieser Briefe zum Beispiel beschrieb das Schicksal der Homosexuellen, ein anderer das der Zigeunerkinder zur Zeit des nationalsozialistischen Deutschlands.
Insgesamt herrschte eine bedrückende Stimmung, da den meisten erst durch diese Vorlesung klar wurde, was die Menschen damals für eine Zeit durchlitten und wie hart ihr Leben war.
Begleitet wurde diese eindringliche “Geschichtsstunde“ durch den Gesang und das Gitarrenspiel von Gaby Klees, die antifaschistische Lieder mit einer sehr eindrucksvollen Stimme sang. Wir hörten z.B. ein Polnisches Wiegenlied und ein Lied der Sinti und Roma.
Wir alle waren erstaunt über die kraftvolle und ausdruckvolle Stimme, die von Hanne Hiob ausging. Trotz ihrer zierlichen und zerbrechlichen Art hat ihre Stimme einen vollen und mitreißenden, aber auch wachen Ton.
Am Ende der Vorlesung durften wir noch einige Fragen stellen, da allerdings bemerkten wir eine gewisse Distanz bei persönlichen Fragen, auf diese wollte Hanne Hiob nicht eingehen.
Dennoch – aus diesen eineinhalb Stunden rückblickender Geschichte bekamen wir einen besonderen Eindruck der Gefühle, die die Mensch empfanden, als sie unter diesem Regime “gelebt“ hatten.