Förderklasse und Boogie-Woogie oder: macht’s gut, Leute…

Was haben Förderklasse und Boogie-Woogie gemeinsam?
Ganz einfach: In beiden Bereichen geht es lebendig zu, man muss immer aufs Tempo drücken und – gute Improvisation ist unerlässlich. Ich hatte die Gelegenheit und Freude, acht Schülerjahrgänge durch die Förderklasse zu begleiten; in den letzten fünf Jahren habe ich dies als alleiniger Lehrer getan (Abdeckung des gesamten Unterrichts). Die Förderklasse ist – salopp formuliert – ein „halbjähriges Trainingslager für die Fachoberschule“; ein Crash-Kurs, um Lücken in Deutsch, Englisch und Mathematik zu schließen. Ebenfalls sollen Schüler erkennen, dass Verhaltensänderungen möglich sind – und schulischer Erfolg auch.
Wesentliche Merkmale der Förderklasse:

  • Direktheit (wir konnten unmittelbar sehen, ob der Schritt auf die FOS und später das Fachabitur geschafft wurden).
  • Hoher „erzieherischer Anteil“ (es wurde nicht nur Stoff gepaukt, sondern auch intensiv über empfehlenswerte Verhaltensänderungen gesprochen).
  • Im Schulstoff wirklich bei „Null“ anfangen und den Schülern Erfolgserlebnisse verschaffen (möglichst auch in „Negativfächern“; die Freude am Lernen wieder wecken und den Schülern einen wirklichen Neuanfang in bezug auf Schule ermöglichen).
  • Selten bietet sich die Möglichkeit, so direkt „positiv korrigierend“ auf den Lebensweg von Schülern einzuwirken.

Nachdem ich einige Jahrgänge der Förderklasse erfolgreich ihr Fachabitur absolvieren sah, ist mir die Zielsetzung in den Schulen und in der Pfennigparade insgesamt noch einmal deutlich geworden:
Hier gibt es eben Chancen, die es anderswo nicht mehr gibt. Ich selbst habe viele positive Überraschungen erlebt (vieles erwies sich als möglich, was ursprünglich kaum vorstellbar schien).

 

 

 

 

Noch einige persönliche Anmerkungen:

  • Für mich waren die Jahre mit den Förderklassen beruflich gute Jahre (genauer: mit die besten, die ich in der Pfennigparade hatte).
  • Ich möchte mich beim Kollegium der Real- und Fachoberschule herzlich bedanken. Als „Quereinsteiger“ (Diplom-Volkswirt, kein „gelernter Lehrer“) wurde ich seinerzeit sehr gut aufgenommen.
  • Im vergangenen Jahr habe ich häufig Lehrer der Real- und Fachoberschule um Rat gebeten und hierbei viele gute Tipps bekommen, die direkt in den Unterricht einflossen. Hierfür meinen Dank an Johann Bögle, Sonja Bissinger, Gabi Fischer-Hessel, Roman Hanig, Schorsch Hell, Walter Leder, Wolfgang Lüers, Werner Otto, Ursula Rickert und Martina Weide-Gertke (die stets nötige Sicherheit und Rückhalt gab).
  • Ausdrücklich möchte ich mich auch bei Hans Prockl bedanken. Ohne seine Hilfe hätte ich mich nie mit Schwung „an Mathematik herangewagt“. Außerdem hatten wir im Physik-Vorbereitungsraum (den wir gemeinsam nutzten) eine erstklassige und schöpferische Atmosphäre mit vielen intensiven Diskussionen. Meine Schülern wünsche ich viel Erfolg. Im Herbst endet meine Arbeit in der Pfennigparade. Ich werde der Institution und den Schulen verbunden bleiben – und wenn ich einmal ‚reinschaue sagen:

„Gibt es Kaffee, eine Tasse Hey was macht die Förderklasse? Wir wachsen stets mit uns’ren Zielen – Jetzt möcht ich Boogie-Woogie spielen“

Henning Huttner